Dostojewski in Baden-Baden, Bild: Moritz Grenke, bearb., Lizenz: CC-BY-SA4.0

Der staatlich verordnete Russenhass in Lettland und in Deutschland


Fjodor Michailowitsch Dostojewski ist einer der Großen der Weltliteratur. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. setzte er sich mit den Schattenseiten des russischen Zarenreiches auseinander.

Seine Einmaligkeit gründet sich auf die Darstellung der psychologischen Strukturen und seelischen Abgründe seiner Romanfiguren. Er gilt „als einer der herausragenden Psychologen der Weltliteratur“.1

Wie lange noch?

Das gezeigte Denkmal für ihn steht in Baden-Baden, wo er sich mehrfach aufhielt. Er war selbst ein süchtiger Spieler2 wie die tragische Figur des jungen Hauslehrers in seinem Roman „Der Spieler“.

Stünde dieses Denkmal in Riga oder in einer anderen Stadt eines baltischen Staates, „stünde“ es schon lange nicht mehr. Es wäre abgerissen, gesprengt, beseitigt, die Reste lägen als Bauschutt auf einer Deponie, unter Betonbrocken und Staub längst begraben. 
So ist Baden-Baden heute, 145 Jahre nach seinem Tod, ein Exil für Dostojewski geworden, nicht für ihn als Person, sondern für sein Denkmal. Dort, in einer parkartigen Landschaft scheint dieses Denkmal sicher zu sein. Wie lange noch? 
Das muss mit Recht gefragt werden, wenn man sich die Feindschaft zu Russland und allem Russischen anschaut, die in Deutschland gegenwärtig aufgebaut wird. Vorbilder dieser Entwicklung sind die drei baltischen Staaten, welche mittlerweile ‚Weltmarktführer‘ in Russenhass sind.

Meister der Russophobie

Die verstorbene Vorsitzende des Vereins AWC Deutschland e. V. – Weltbürgerinnen und Weltbürger, Ingrid Schittich, hatte seit 2010 enge Kontakte zu Lettland, u. a. besuchte sie das Land. Sie setzte sich leidenschaftlich für die Rechte der „Nichtbürger“ Lettlands ein, d. h. für die ethnischen Russinnen und Russen. Ihre Beziehungen zu Lettland bestehen nach ihrem Tod weiter und haben z. Zt. ihren Schwerpunkt im Schicksal einer politisch verfolgten jungen Frau, Tatjana Andrijeca.3
Nach dem Ende der Sowjetunion 1991 – Lettland war eine Sowjet-Republik – träumten viele im Land einen Traum, aus dem sie jäh erwachten: Den Traum von einem binationalen Staat, in dem Lettinnen und Letten und Russinnen und Russen respektvoll zusammen leben. Es kam anders. Radikal-nationalistische lettische Kräfte brachten es fertig, den ethnisch russischen Anteil der Bevölkerung, der ca. 30 Prozent umfasst, per Verfassung zu entrechten und ihm den – soweit uns bekannt ist – weltweit einmaligen Status von „Nichtbürgern“4 überzustülpen. 
Bis 2022 konnte man diese Vorgänge als die irrationale[n] Rache der autochthonen Letten an der untergegangenen Sowjetunion, ausgeübt an den jetzt in Lettland lebenden ethnischen Russen5 begreifen. Was für sich genommen schon ein unwürdiges und eklatant Menschenrechte verletzendes Vorgehen war. Und was die in Brüssel hausenden politischen Vertreterinnen und Vertreter Europas nie störte. Zumindest nicht so, dass sie etwas Ernsthaftes unternommen hätten.

Nach dem Überfall der Russischen Föderation auf die Ukraine im Jahr 2022 eskalierten die Vorurteile und Benachteiligungen und mündeten in einen unverhohlenen, schneidenden Russenhass, reiften zur staatlich systematisch geschürten Russophobie. Diese kann man heute ohne Übertreibung als die profane Staatsreligion Lettlands bezeichnen. Nicht nur Lettlands, auch Estlands und Litauens.


Alles Russische wurde und wird getilgt, Namen von Plätzen und Straßen wurden geändert, Erinnerungstafeln zerschlagen, Denkmäler abgerissen.

Die aufwändigste, die Russinnen und Russen am tiefsten verletzende „pseudo-religiöse Reinigung“ war im Herbst 2022 das Niederreißen des mächtigen Mahnmals in Riga für die im 2. Weltkrieg gefallenen Sowjetsoldaten, die ihr Leben für die Befreiung Lettlands vom Nazi-Faschismus gegeben hatten.6  

Die Liste der Barbarei ist lang und gilt für alle baltischen Staaten. Wegen unserer Kontakte zu Lettland nennen wir einige wenige Beispiele aus diesem Land:


– Umbenannte Straßen:
 
die uralte, historische Moskauer Straße,
 Straßen zu Ehren von Puschkin, Lermontow, Turgenjew, Gogol, 
 Lomonossow.


– Abgerissene Denkmäler und entfernte Gedenktafeln zu Ehren von:
 Puschkin, Gorki und zahlreicher sowjetischer Soldaten und ‚Helden der Sowjetunion‘ (darunter auch Letten!).7
 

Unzählige drangsalierende Bestimmungen prägen heute den Alltag der Russinnen und Russen in Lettland. Die Angst vor den brutalen Machenschaften der Geheimdienste ist allgegenwärtig. Wegen nichts und wieder nichts – durch fadenscheinige Anklagen pseudo-rechtsstaatlich legitimiert – sitzen Intellektuelle, Handwerker und Hausfrauen als politische Gefangene in Haft.

Per Gesetz von 2022 unterliegt die Lettische Orthodoxe Kirche einem staatlichen Eingriff in die Religionsfreiheit. Sie ist in Bedrängnis und ringt um ihren Fortbestand. Hier wenigstens angedeutet: Es ist so, als ob der Bundestag in Berlin der Römisch-katholischen Kirche hier in Deutschland per Gesetz jeglichen Kontakt zum Vatikan verboten hätte.

Ja, allein schon das Wort „Russisch“ darf nirgendwo mehr vorkommen, ist vollkommen tabu. Ein groteskes Detail: Junge Leute, die angefangen hatten, „Russische Philologie“ an einer lettischen Universität zu studieren, fanden sich unversehens im Studiengang „Philologie und angewandte Linguistik“ wieder. Auch die Wissenschaft macht mit, auf ganzer Breite.
 

Gedenkende vertrieben


Das genannte mächtige Mahnmal für die im 2. Weltkrieg gefallenen Sowjetsoldaten war traditionell an jedem 9. Mai für Abertausende ethnischer Russinnen und Russen der Ort ihres Gedenkens an das Ende des 2.Weltkriegs.

Seit dem Abriss dieses Mahnmals müssen Russinnen und Russen am 9. Mai auf andere Orte ausweichen wie z. B. auf den Rigaer Pokrov-Friedhof. Die zahlreichen Gräber sowjetischer Gefallener dort schützen den Ort vor der Barbarei. Noch. Unsere Informantinnen und Informanten zweifeln. Aber im Augenblick scheint es einen winzigen, letzten Rest von Pietät beim lettischen Staat zu geben.

 

Friedhof Pokrov in Riga, Bild: I. Pimenov

Oder sie fahren zum Salaspils Memorial9 einem 25 Hektar großen Areal unweit von Riga, das dem Gedenken der Opfer des dortigen Arbeits- und Vernichtungslagers der Nazis gewidmet ist. Auch diese Gedenkstätte ist bisher von der Barbarei verschont geblieben, auch dort gibt es ausgedehnte Gräberfelder.

Provozieren, hemmungslos

Dieses Jahr am 9. Mai wurde von der Stadtverwaltung von Salaspils – alle Indizien sprechen dafür – ein Akzent gesetzt, der zeigt, dass der Russenhass in Lettland vor nichts mehr zurückschreckt. Als ethnische Russinnen und Russen morgens an der Gedenkstätte eintrafen, waren sie mit einer ca. 2,5 m hohen Reproduktion eines bekannten Plakates des lettischen Künstlers Salmanis konfrontiert. Dieses zeigt ein Porträt Putins, das schaurig in die Fratze eines Skeletts übergeht.10

Plakat Putin, Bild: screenshot facebook, Account: Gloria Grevkova 

Wie anders als eine Provokation hätten die ethnischen Russinnen und Russen diese Installation an diesem Ort auffassen sollen? Leidgeprüft und klug bewahrten die Gedenkenden ihre Fassung und legten in mehreren Bereichen der weitläufigen Anlage großflächig ihre Blumen nieder. Dafür waren sie gekommen.

Salaspils Memorial, Bild: Andrey Pagors
Bei der abgebildeten Statue handelt es sich um das Denkmal für die im Lager Salaspils
verstorbenen Kinder (oft auch als Denkmal der trauernden Mutter bezeichnet).
Salaspils Memorial, Bild: Andrey Pagors

National wie international völlig ungehört bleiben die Stimmen derjenigen Russinnen und Russen in Lettland, die sich dagegen verwahren, Anhänger Putins zu sein. Die es als bewusste, aggressive Fälschung der Geschichte ansehen, die aktuelle Politik der Russischen Föderation mit der Sowjetunion gleichzusetzen. Dumpf und blöd wird von Lettlands Staat die Analogie konstruiert: Wer Russisch spricht ist Putin-Freund. Solche instinktlosen, hetzerischen Vereinfachungen passen eher zu einem faschistoiden Regime als zur Regierung eines demokratischen Landes, zumal eines Mitglieds der EU.

Von den baltischen Länder lernen, heißt Hassen lernen 

An diesem Punkt, nämlich der geschichtlichen Umdeutung der Sowjetunion, springt die Parallelität zwischen Lettland, den beiden weiteren baltischen Ländern und Deutschland ins Auge. 


Am 6. Mai 2026 beklagte die russische Botschaft in Berlin:


Berliner Behörden haben eine Verfügung erlassen, der zufolge am 8. und 9. Mai 2026 an den sowjetischen Kriegsehrenmalen in Treptow, Tiergarten und Pankow das Zeigen von russischen und belarussischen Flaggen untersagt wird. Das gilt auch für Symbole, die mit den Feierlichkeiten zum Tag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg und zur Befreiung Deutschlands und Europas vom Nazismus untrennbar verbunden sind. Dazu gehören rote Banner des Sieges, Flaggen und Wappen der Sowjetunion, St.-Georgs-Bänder, historische Militäruniformen, sowjetische Lieder und Märsche aus den Kriegsjahren. (...)
Darin sehen wir einen eklatanten Ausdruck der Missachtung des Andenkens der Gefallenen. Keine Einschränkungen können die Tatsache aus der Welt schaffen, dass das multinationale sowjetische Volk den entscheidenden Beitrag zur Zerschlagung Hitlerdeutschlands und seiner europäischen Helfershelfer geleistet hat und für die Befreiung von der »braunen Pest« einen ungeheuren Preis zahlte, und zwar das Leben von 27 Millionen seiner Söhne und Töchter, die auf den Schlachtfeldern fielen, in Nazikonzentrationslagern zu Tode gequält wurden, infolge unmenschlicher Zwangsarbeit, Bombardierungen, Hungers und Krankheiten starben oder von Strafkommandos in den besetzten Gebieten der UdSSR im Rahmen des verbrecherischen Vernichtungskrieges gezielt ermordet wurden. (…)“11

An demselben Tag machte der AK Frieden der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) auf eine geheime Tagung der ‚Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur‘ zusammen mit dem ‚Ukrainischen Institut in Deutschland‘ am 26. März 2026 in Berlin aufmerksam. Thema dort: „Der zukünftige Umgang mit sowjetischen Ehrenmalen und der deutschen Erinnerungskultur“. Hier das Fazit des AK Frieden:


Nicht an die Öffentlichkeit soll kommen, dass es um die Umwidmung/Beseitigung der sowjetischen Ehrenmale in der BRD ging. Eine Beseitigung der vielen Gedenkstätten entspräche zwar dem Zeitgeist und der Russophobie, widerspräche aber den entsprechenden Festlegungen im Zwei-plus-vier-Vertrag. Es wäre auch eine späte Rache an den Sowjetsoldaten, die den größten Beitrag für die Befreiung Europas vom Faschismus geleistet haben und damit dem deutschen Militarismus die bisher schwerste Niederlage beigebracht haben. (…)12


Der Wind weht, wie auch Nico Popp in seinem umfangreichen Artikel „Appetit auf mehr“ schreibt, hauptsächlich von osteuropäischen Ländern her, zu denen die baltischen Staaten zählen:


Seit 2025 und in den ersten Monaten des laufenden Jahres häufen sich nun die Vorstöße, die auf Eingriffe in das Erscheinungsbild der Ehrenmale zielen. Hier spielen osteuropäische Akteure eine gewichtige Rolle, durch die mittelbar eine erinnerungspolitische Linie in den Mainstream der deutschen Debatte eingeführt wird .(…)13

Die Ähnlichkeit der Erscheinungen – der Geschichtsklitterung und der Russophobie – kann als eine Beziehung von Vorbildern zu Nachahmern gesehen werden. Die drei Mini-Staaten im Ostsee-Raum sind dabei die Vorbilder, Deutschland der Nachahmer.



Ein Beispiel von vielen: Herr Dobrindt, ein eifriger Anhänger der Pistoriusierung unseres Landes, d. h. der sog. Ertüchtigung zum Krieg, kommt vorerst vorsichtig mit einer Minimalforderung daher:

 
"Angesichts weltweiter Krisen will sich Innenminister Dobrindt dafür stark machen, den Zivilschutz im Lehrplan fest zu verankern. Das helfe nicht nur den Schülerinnen und Schülern - sondern auch deren Familien.“14



Eine Doppelstunde pro Halbjahr, das ist peinlich wenig, gemessen an den anzunehmenden Vorstellungen der Kriegs-herbei-Rednerinnen und Redner. Vor allem wenn man weiß, wie es z. B. in Lettland in den Klassen 10 und 11 aussieht. Dort ist „Landesverteidigung“ seit Herbst 2024 Pflichtfach. Das Fach umfasst insgesamt 112 Unterrichtsstunden in zwei Jahren – einschließlich Schießübungen im 2. Jahr. Der Unterricht findet einmal im Monat statt, dann aber acht Schulstunden durchgehend.15

Parole: „Russland wird immer ein Feind für uns bleiben“ 

Wieder einmal in der Geschichte Deutschlands heißt es: Russland ist der Feind, und zwar der ewige, der in unsere DNA eingebrannte. In dieser Tonlage und in keiner anderen muss eine Aussage des jetzigen Außenministers Wadephul gelesen werden. Der sagte, noch bevor er Außenminister wurde, platt und furchtbar „Russland wird immer ein Feind für uns bleiben“16. Ein „Immer“ zieht im Deutschen schnell ein „Ewig“ an sich, beide Begriffe berühren sich eng in ihrer Bedeutung. Sind wir mit Herrn Wadephul an einem religiösen Ewigkeitswahn angelangt? Wird bei uns auch schon derselben profanen Staatsreligion gehuldigt wie in Lettland und den beiden anderen baltischen Ländern?



Herrn Wadephuls Wahn allerdings kam und kommt bei uns nicht so wuchtig an, wie er wohl erhofft hatte. Zwar sagten im Oktober 2022 in Umfragen 88% der Deutschen „Ja“ bei der Frage: „Bedrohung durch Russland für die Sicherheit der Welt?“17 Doch aktuell, am 25. Mai 2026, berichtet die Schweizer Weltwoche: „Immer weniger Deutsche haben Angst vor einem Angriff Russlands, zeigt Umfrage“.18 

 

Was bleibt

Halt, halt, das zuletzt genannte Ergebnis sollte keinesfalls als entspannend oder erleichternd begrüßt werden. Denn die Meinung der Menschen im Land – auch wenn sie methodisch sicher erfasst und selbst wenn sie die Mehrheitsmeinung ist – gilt bekanntlich wenig oder nichts in unserer perfekten Demokratie.



Es bleibt der Aufruf des Herrn Pistorius zur Kriegstüchtigkeit, der in einem sensibel reagierenden Rechtsstaat als Volksverhetzung geahndet würde. Es bleibt die umfassendste Aufrüstung seit Einführung der Bundeswehr. Es bleibt der Plan, Litauen zu einer Militärkolonie der Deutschen umzukrempeln. Eine Brigade, d. h. eine Brigadegeneralin oder ein Brigadegeneral samt bis zu 5.600 Soldatinnen und Soldaten plus deren Familien, werden sich dort dauerhaft einnisten. Es bleiben die Kriegshetzerinnen und Kriegshetzer, die im Sekundentakt ungehindert durch die Talk-Shows der Republik geschleust werden.

Allen voran der gelernte Soldat und christliche Politiker Kiesewetter, welcher als Wortführer dieser toxischen Selbstdarsteller brilliert. Am 17. März dieses Jahres ereiferte er sich bei ‚Lanz‘ dazu, den Überfall Israels und der USA auf Iran so zu kennzeichnen: Es ist natürlich mittelbar [Stimmengewirr] … unser Krieg.“ Diese schamlose Identifikation unseres Landes mit einem anlasslosen, völkerrechtswidrigen Überfall auf ein unabhängiges Land war dann selbst Herrn Lanz nicht ganz geheuer. Mit zwei Millionen Jahresgehalt – allein vom ZDF – ist er als deren teuerster Angestellter vermutlich zu absoluter Staatstreue verdonnert. Und doch. Die Schlusseinstellung jener Sendung wird so beschrieben: „Lanz nickt und bilanziert nachdenklich: Ich habe in diesen Tagen das Gefühl, es ist so ein bisschen (...) in Mode gekommen, das Völkerrecht (...) verächtlich zu machen.19


Alles verloren – wieder einmal?

Behalten wieder einmal diejenigen die Oberhand, die mitschwimmen auf jeder militaristischen, kampfgierigen Woge – auch wenn diese unrettbar auf die Absturzkante eines Wasserfalls zurast?
 Nein. Es ist nicht überall und nicht alles verloren. 

Damit kommen wir zurück zu unserem Freund Fjodor Michailowitsch. In Riga war nie eine Straße nach Dostojewski benannt worden, wohl aber in der im Osten des Landes gelegenen Stadt Daugavpils. 
Deren Stadtverwaltung mit ihrem jungen, mutigen Oberbürgermeister Andrejs Elksniņš hielt dem massiven Druck der Organisation „Publiskās atmiņas centrs“ (Zentrum für öffentliches Gedenken) Stand und weigerte sich, Straßen mit Bezug zur russischen oder sowjetischen Geschichte umzubenennen. Die Stadt hat tapfer an ihrem Kurs festgehalten. Bis heute, was kürzlich erst wieder ‚aktenkundig‘ wurde.20 Die Dostojevska iela, die Dostojewskistraße, es gibt sie noch.
Freilich muss bemerkt werden: Daugavpils, mit knapp 80.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Lettlands, ist europaweit diejenige Stadt außerhalb der Russischen Föderation, in der die meisten Menschen Russisch sprechen. Das muss eine gute Stadt sein, wo nicht ein Drittel der Menschen täglich in Angst und Bedrängnis aufsteht und abends wieder ebenso ins Bett geht.

Bleib standhaft, Andrejs!

31.05.2026

k.sch

Anmerkungen

0 Lizenz Einleitungs- und Beitragsbild (obligatorisch): https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de , abgerufen am 31.05.2026.   
1 https://de.wikipedia.org/wiki/Fjodor_Michailowitsch_Dostojewski , abgerufen am 31.05.2026. 
2 https://www.deutschlandfunkkultur.de/dostojewski-in-baden-baden-der-ort-fuer-russen-und-spieler-100.html , abgerufen am 31.05.2026. 
3 S. Dossier Tatjana: https://www.worldcitizens.de/dossiers/tatjana.html , abgerufen am 31.05.2026.
4 https://de.wikipedia.org/wiki/Nichtbürger_(Lettland) , abgerufen am 31.05.2026.
5 S. Artikel auf dieser Website, dort Abschnitt: „Die Tragödie eines kleinen Landes“, abgerufen am 31.05.2026.
6 S. Artikel auf dieser Website, dort Abschnitt: „Tatjanas Waffen“, abgerufen am 31.05.2026. 
7 Weitere Beispiele, zusammengestellt und erläutert als PDF.
8 Notiz zur Lage der Kirche als PDF.
9 https://www.memorialmuseums.org/memorialmuseum/gedenkstatte-salaspils#pid=5 , dort Beschreibung und Bilder; die lettische Inschrift auf der Betonwand über dem Haupttor sagt: „Hinter diesen Toren stöhnt die Erde“, abgerufen am 31.05.2026. 
 10 Dieses Werk hängt in einem Riesenformat seit März 2022 an der Außenfassade des Paul-Stradiņš-Museums für Medizingeschichte, direkt gegenüber der Botschaft der Russischen Föderation in Riga. Diese Aktion soll die Solidarität Lettlands mit der Ukraine unterstreichen: https://www.rnd.de/kultur/riga-museum-laesst-totenkopf-putin-auf-russische-botschaft-blicken-WAVTDH5UEVHC5LO3VZ3KGX7DGA.html , abgerufen am 31.05.2026. 
11 junge Welt, Nr. 106 vom 08.05.2026, S. 3.
12 junge Welt, Nr. 106 vom 08.05.2026, S. 3.
13 12 junge Welt, Nr. 107 vom 9./10. Mai 2026, S. 9.
14 https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/zivilschutz-schulen-minister-dobrindt-100.html , abgerufen am 31.05.2026. 
15 https://tinyurl.com/ard-lettland , abgerufen am 31.05.2026.   
16 https://www.berliner-zeitung.de/article/kuenftiger-aussenminister-wadephul-russland-wird-immer-ein-feind-fuer-uns-bleiben-2320148 , abgerufen am 31.05.2026.     
17 https://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundesweit/umfragen/aktuell/russland-bild-der-deutschen/ , abgerufen am 31.05.2026.
18 https://weltwoche.ch/daily/immer-weniger-deutsche-haben-angst-vor-einem-angriff-russlands-zeigt-umfrage/ , abgerufen am 31.05.2026.
19 https://www.focus.de/kultur/roderich-kiesewetter-irritiert-lanz-mit-aussage-zum-iran-krieg_1aa8ccfb-2de4-44e1-bdcd-04688e4bb7ab.html
 , abgerufen am 31.05.2026.
20 https://www.daugavpils.lv/pasvaldiba/publiskie-iepirkumi/izsludinatie-iepirkumi-un-iepirkuma-proceduras , 
in einer Ausschreibungsliste der Stadt (für Bauarbeiten etc.), abgerufen am 31.05.2026, wird die Dostojevska iela mit Eintrag vom 29. Mai 2026 genannt: