Der Filmemacher Michael Moore: mundtot
Michael Moore
Er ist zweifellos einer der bekanntesten US-Bürger in Deutschland, der Filmregisseur und Publizist Michael Moore1.
Wohl am besten bekannt hierzulande sind seine Filme „Bowling for Columbine“ (2002) und „Fahrenheit 9/11“ (2004), beides deutlich US-kritische, „antiamerikanische“ Werke.
Person und Arbeit von Michael Moore sind in den USA seit Jahrzehnten außerordentlich umstritten. Eine Episode während der Oscar-Verleihung im Jahr 2003, als „Bowling for Columbine“ als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde, spricht Bände.
Wikipedia2 berichtet: „Die Verleihungsfestlichkeiten dieses Preises nutzte Moore dazu, während seiner Dankesrede den US-amerikanischen Präsidenten George W. Bush für die Invasion des Iraks (2003) zu verurteilen, wurde jedoch durch das plötzlich einsetzende Orchester absichtlich übertönt.“ Die Beschreibung dieses Skandals während einer der „heiligsten“ Handlungen der US-Gesellschaft spiegelt die Wucht des Widerstands gegen einen Mann, der seine Überzeugungen aufrecht und mutig vertritt, bis heute.
Nur, so scheint es, braucht es heute kein edles Orchester mehr, um ihn mundtot zu machen. Die Medien in und außerhalb der USA lassen ihn einfach links liegen, diesen „vaterlandsverräterischen“ Linken.
Der Aufschrei
Wir geben hier Michael Moores Aufschrei3 nach der Ankündigung Präsident Trumps am 7. April 2026 wieder. In jener Meldung in den sozialen Medien hatte Trump angekündigt, über Nacht durch einen angesagten Völkermord eine uralte Kultur für immer auszulöschen, die iranische bzw. persische.
Michael Moore geht feinfühlig auf die Bedeutung dieser Kultur für die Entwicklung der Menschheit ein und zieht eine Linie zum aktuellen, weltberühmten Schaffen des deutsch-iranischen Komponisten Ramin Djawadi4.
Moore ist nicht nur erschüttert von dieser beispiellosen, blindwütigen Bestialität Trumps, sondern er traut auch der derzeitigen Opposition in den USA, der Demokratischen Partei, keine wesentlich andere Haltung zu, keinen Weg aus dieser Sackgasse aus Grausamkeit und Arroganz.
Michael Moores Aufruf, am Ende plakativ laut werdend, fordert seine amerikanischen Mitbürgerinnen und Mitbürger auf, selbst für die Rettung der Demokratie der USA aufzustehen. Mit der Nennung des 25th Amendment5 plädiert er für die Amtsenthebung von Präsident Trump, im Unterton ruft sein Appell zur Revolution auf.
Wiederum Bände spricht der Umstand, dass Moores Aufschrei auf seiner Website steckenzubleiben scheint. Das Nicht-Beachten ist die subtilste Art des medialen Mundtot-Machens. Ganz ohne Orchester, wie gesagt.
12.04.2026
k.sch.
Anmerkungen
0 Beitragsbild, vorgeschriebener Link zu Wikimedia.
1 https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Moore , abgerufen am 12.04.2026.
2 S. Anm. 1, dort unter Filme, ‚Bowling for Columbine‘.
3 Eine Übersetzung von Michael Moores Web-Artikel ist als PDF in unserer Bibliothek.
4 Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Ramin_Djawadi , abgerufen am 12.04.2026.
5 Bedeutet: 25. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten.