Umstrittener Schlussbericht der TRC

Nach  Aufständen, Gewalt und Bürgerkrieg, die fast 15 Jahre dauerten und durch ein Friedensabkommen im Jahre 2003 endeten, wurde in Liberia nach südafrikanischem Vorbild eine Wahrheits- und Versöhnungskommission (TRC) eingesetzt. Sie sollte Täter und Opfer an einen Tisch bringen und gleichzeitig verhindern, dass Kriegsverbrechen vertuscht werden.

Die Kommission stellte ihre Ergebnisse in Form eines Berichts im Juli 2009 vor. Ein Kernpunkt des umstrittenen Berichts ist die Forderung der Kommission, die Staatspräsidentin Ellen Johnson Sirleaf des Amtes zu entheben und sie 30 Jahre lang nicht mehr zu öffentlichen Ämtern zuzulassen, weil sie angeblich an der Finanzierung Charles Taylors beteiligt war.

Der Bericht der Kommission wird in Liberia kontrovers diskutiert. Mit Spannung wird erwartet, wie das Parlament auf diesen Bericht reagiert, ob es ihm zustimmt und ihn umsetzt oder ob es ihn verwirft.

Linus Gedeo, einer der Mitbegründer und Mitarbeiter von CYE (Center for Youth Empowerment) in Monrovia, eines Jugendbildungswerks, das u.a. von AWC Deutschland e.V. unterstützt wird, hat uns einen Kommentar zur Situation in Liberia nach der Veröffentlichung des Berichts der TRC geschickt. Wir veröffentlichen seine Stellungnahme, da sie aus erster Hand die Stimmung in Liberia widerspiegelt und Linus eine Chance gibt, gehört zu werden.

zum Kommentar von Linus Gedeo

zum englischen Original


Zum Vergleich und zur Orientierung schlagen wir vor:

-einen gut informierten Artikel von Dominic Johnson zum Bericht der TRC in der taz vom 07. Juli 2009,

-einen Artikel von Ingrid Schittich über ihre Reise nach Monrovia zum Jugendbildungswerk CYE im April 2009.