Begeisterte Teilnehmerinnen und Teilnehmer - große Anerkennung in der Presse
Vielleicht lag das Thema „Heimat“ ein wenig in der Luft, vielleicht hatte auch die unrühmliche Schein-Debatte zur Migration in Berlin die Menschen sensibilisiert. Jedenfalls lockte die Herbsttagung von AWC Deutschland e.V. am 17. und 18. September in den drei Veranstal-tungen jeweils bis zu fünfzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer an. Dass Zuhörer sogar aus dem Raum Zürich angereist kamen, das übertraf selbst die forschesten Erwartungen der Organisatorinnen und Organisatoren.
a) Wie viel Heimat braucht der Mensch - in einer globalisierten Welt?"
Am Freitagabend sprach Prof. Dr. Christoph Antweiler, Ethnologe an der Universität Bonn, über die Frage „Wieviel Heimat braucht der Mensch - in einer globalisierten Welt?“ In seinem wissenschaftlich anspruchsvollen und gleichzeitig die Zuhörerinnen und Zuhörer nie ausgrenzenden Vortrag skizzierte Prof. Antweiler u.a. ein Bild seines Spezialgebietes, nämlich der ethnologischen Universalien-Forschung.
In seinem jüngsten popularwissenschaftlichen Werk „Heimat Mensch - was uns alle verbindet“ (2009) setzt er darauf, dass die gemeinsamen Werte in den verschiedenen Kulturen aufgezeigt werden, damit die Kulturen in einen Dialog treten können.
Am Gedanken des Weltbürgertums reizt Antweiler die Spannung zwischen der Anerkennung der Verschiedenheit der Kulturen und den Menschenrechten des Einzelnen, und dabei besonders dem Recht auf körperliche Unversehrtheit.
Presseartikel: Südkurier vom 28. 09. 2010, S. 19.
b) Meine Heimat- deine Heimat. Podiumsgespräch mit fremden Vertrauten.
Am Samstagvormittag wagte Prof. Dr. Rainer Fretschner das Experiment, vier Persönlichkeiten mit einem jeweils besonderen Heimat-Hintergrund an einem Tisch zusammenzubringen.
Obwohl die Teilnehmer an diesem Podiumgespräch zum Thema „Meine Heimat - deine Heimat“, den Moderator eingeschlossen, sich nur kurz vor der Veranstaltung kennen lernen konnten, entwickelte sich eine Gesprächsatmosphäre, die unerwartet dicht und authentisch war. Die Zuschauerinnen und Zuschauer erlebten gebannt und immer wieder emotional berührt, wie vier Menschen von sich erzählten und davon, was sie in ihren eigenen und in den fremden „Heimaten“ erlebt haben und erleben.
Roger Luamazi-Kitomba, Prof. Dr. Rainer Fretschner Bild: awc_ks
Ein großes Verdienst am Gelingen dieses ganz besonderen Vormittags hat Prof. Fretschner, der nach einer Einführung zum Forschungsstand bei den Themen „Heimat“ und „Migration“ das Gespräch entlang weniger Thesen entwickelte und leitete. Seine feinfühlige und achtsame Mode-ration beeindruckte die Zuhörerinnen und Zuhörer ebenso wie die Offenheit und Echtheit seiner Gesprächspartner.
> Presseartikel: Südkurier vom 28.09.2010, S. 19.
> Presseartikel: Südkurier vom 28.09.2010, S. 20.
c) Heimat - Geborgenheit im Ungewissen?
Der Pschotherapeut Dr. Roland Heinzel nahm am Samstagnachmittag seine Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine nicht ganz antrengungs-freie Reise in die Welt der menschlichen Psyche.
Das Thema „Heimat - Geborgenheit im Ungewissen?“ war ihm Anlass, über grundsätzliche Gegebenheiten der menschlichen Seele nachzudenken. Immer wieder nahm Dr. Heinzel die innere Heimat des Menschen in den Blick, seinen tragenden Grund, seinen „Mutterboden“. Den Kern seines Vortrags, der von den Teilnehmerinnen und Teilneh-mern intensiv verfolgt und gleichsam erlebt wurde, bildete die Einladung, sich auf eine Geborgenheit im Ungewissen einzulassen. Dr. Heinzel hat AWC Deutschland e.V. seinen Vortrag freundlicherweise zur Veröffentlichung überlassen.
> Vortrag Dr. Heinzel
Ingrid Schittich, die 1. Vorsitzende von AWC Deutschland e.V., dankte Dr. Heinzel - wie schon jeweils zuvor den Referenten und Akteuren der Tagung - sehr herzlich für sein Referat und für seine Mitwirkung bei der Tagung. Mit guter Berechtigung stellte Ingrid Schittich abschließend fest, dass die Tagung ihr Ziel voll erreicht hat, nämlich einen Beitrag zur Schärfung des Profils des Weltbürgertums zu leisten. Der deutsche Zweig der Vereinigung der Weltbürgerinnen und Weltbürger setzt sich, auch in seiner Satzung, dafür ein, dass die Idee des Weltbürgertums rational und wissenschaftlich orientiert weiterentwickelt wird und sich nicht in oberflächliche, wohlmeinende Schwärmerei verliert.
[Weitere Informationen zur Tagung enthält der Eintrag in dieser Website, der vor der Tagung verfasst wurde.]