2. Arbeitstagung in Überlingen am Bodensee
Zur zweiten Arbeitstagung des Vereins in Überlingen konnte die 1. Vorsitzende Ingrid Schittich auch wieder eine ganze Reihe interessierter Nicht-Mitglieder willkommen heißen.
Die Tagung war darauf angelegt, fünf Themen aus dem Katalog der Arbeitsfelder der AWC Deutschland e.V. in Kurzreferaten durch Mitglieder des Vereins vorzubereiten und gemeinsam ausführlich zu besprechen. Dies ist bei allen Themen eindrucksvoll gelungen.
Die Referentin und die Referenten brachten jeweils einen eigenen Stil zu ihrem Thema mit, so dass Abwechslung im doch umfangreichen Programm gesichert war und nicht bis zur Erschöpfung gearbeitet werden musste.
Das Zusammensein bei den Arbeitssitzungen, in den Pausen, beim gemeinsamen Mittagessen (mit Blick auf den Bodensee) und am Abend war einander zugewandt, fair und herzlich, wenn auch in den Diskussion gelegentlich bestimmt und deutlich.
Alle Rückmeldungen, die der Vorstand zur Tagung bekommen hat, waren positiv und ermuntern dazu, in der inhaltlichen Arbeit und Auseinandersetzung weiterzumachen.
Ein paar kleine Eindrücke von den Themen:
a) „Ich gelobe...”. Die Bürger und ihr Staat – Gedanken zur Loyalität.
Klaus Schittich stellte verschiedene Facetten und erlebte Beispiele der Beziehung der Bürgerinnen und Bürger zu ihrem Staat vor und konnte zeigen, dass der Begriff Loyalität äußerst spannungsreich ist.
b) „Die Weltrepublik – der kosmopolitische (Alb-)Traum“. Anmerkungen zu den Thesen von Harald Müller.
Hasso Bensien ging auf verschiedene Vorstellungen und Modelle des Weltbürgertums ein und streifte Gedanken verschiedener Formen von Weltherrschaft. Er hob hervor, dass die AWC einem kooperativen Modell von „Welt regieren“ verpflichtet ist, das nicht mit schnellen administrativen Lösungen rechnet.
c) „Zwischen Chaos und US-Unilateralismus – Pluralismus als Herausforderung“.
Florian Pfaff ging vom Bild der politischen „Großwetterlage“ aus und trat einem sich ausbreitenden Fatalismus entgegen. Er kennzeichnete Vielfalt und Pluralität generalisierend als Entwicklungsraum, in dem sich das jeweils ethisch bessere System durchsetzt, in der Politik genauso wie im Zusammenleben der Menschen.
d) „Die Erde ist kein Privatbesitz“. Fragen zum Umgang mit den sog. Ressourcen.
Dr. Rainer Fretschner nahm die Abschiedsvorlesung von Prof. Mohsen Massarat von der Universität Osnabrück mit dem Titel: „Chancengleichheit als Universalprinzip“ zum Anlass, die Frage zu diskutieren, was es bedeuten würde, wenn man wie Massarat vorschlagen würde, „dass die UN-Vollversammlung den gesamten Globus zum Erbe der Menschheit erklärt“, damit „die chancengleiche Nutzung der natürlichen Ressourcen erreicht“ werden könne.
e) „Ich fühle, also bin ich“. Kleiner Streifzug durch Gebiete der Neurobiologie, angelehnt an Joachim Bauer.
In ihrem Referat versuchte Ingrid Schittich, neue Perspektiven der modernen Hirnforschung und Neurobiologie aufzugreifen. Kernaussage ihres Referates war die Erkenntnis der Neurobiologie, dass der Mensch keineswegs auf gegenseitige Vernichtung in einem ständigen Überlebenskampf angelegt ist, sondern vielmehr auf gelingende Beziehungen und auf Kooperation.
Zum Nachlesen: Programm der Tagung