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16.09.2015

Die Welt in andere Hände

Tagung zu einer kosmopolitischen Ethik

Liebe Freunde, liebe Freundinnen,

ich möchte euch alle sehr herzlich zu unserer diesjährigen Herbsttagung vom 2. bis 3. Oktober nach Überlingen einladen:

Die Welt in andere Hände
Beiträge zu einer kosmopolitischen Ethik


Bei den vergangenen acht Tagungen haben wir uns ausführlich mit der Analyse und der Kritik  gesellschaftlicher Bedingungen und Gegebenheiten beschäftigt - und zwar aus jeweils verschiedenen Blickwinkeln.

In diesen Tagen werden die Stimmen lauter, die vor apokalyptischen Abgründen warnen, auf die die Welt zusteuert. Vor diesem Hintergrund werden wir Menschen hören, die für solche ethische Prinzipien eintreten, die eine Apokalypse verhindern  können.

Pater Dr. Anton Rotzetter wird die Tagung mit seinem Referat eröffnen. Der Theologe und Philosoph gehört zu den Menschen, in deren Hände ich unsere Welt gerne legen würde. Der Titel seines Referats ist im Grunde ein umfassendes Programm: «Verantwortung für die Tiere und für alles, was lebt». Dies könnte ein Kernsatz einer neuen, kosmopolitischen Ethik sein. Sie würde alle Menschen betreffen sowie die Natur, von der der Mensch ein Teil ist.

Ich würde auch beruhigt in einer Welt leben können, die in den Händen von Johanna Wintermantel läge und von ihr mit verwaltet würde. Die freie Journalistin ist unsere zweite Referentin, ihr Thema ist: «Der Umgang mit geflüchteten Roma - Prüfstein für die Solidarität der Gesellschaft». Sie befasst sich mit der Ausgrenzung der Roma, einer Minderheit, die keinen Staat hat, der wenig Achtung entgegengebracht wird, die aber auch nie einen Krieg angefangen hat. In Nazi-Deutschland gab es nicht nur den Genozid an den Juden, sondern auch den an Roma und Sinti. Versuche, die Verbrechen an den Roma und Sinti ins Gedächtnis zu rufen oder gar zu sühnen, gibt es kaum. Im Gegenteil: Man weist sie heute wieder aus unserem Land, wenn sie bei uns vor Diskriminierung und Verfolgung Schutz suchen.

Muhammad Sameer Murtaza, M.A., der Islamwissenschaftler und islamische Philosoph, wäre einer der Brückenbauer zwischen den Kulturen, wenn die Welt mit in seinen Händen läge. Sein Thema: «Der Gender-Dschihad - Denkanstöße für ein partnerschaftliches Zusammenwirken von Mann und Frau» scheint vordergründig die sog. Frauenfrage im Blick zu haben. Er wird einerseits zeigen, dass sein Thema mit Gewaltlosigkeit und Freiheit verbunden ist, und andererseits, dass mittels Religion Frauen entweder unterdrückt oder aber auch befreit werden können. Was Religion ist, das wiederum hängt entscheidend von den Menschen ab.

Florian Pfaff, Major a.D., wendet sich zum Schluss der Tagung einer düsteren Seite der gegenwärtigen Gesellschaft zu: dem organisierten, absoluten Misstrauen als Teil der gegenwärtigen Beziehungskultur. Durch Bespitzelung und Überwachung wird der Mensch zu einem rechtlosen, hilflosen Objekt. Das Thema seines Referats: «Erwünschter Hochverrat - wie wir uns von unseren „Freunden“ belügen und bespitzeln lassen». Warum ich Florian Pfaff mit bei denen haben möchte, die uns an der drohenden Apokalypse vorbeiführen? Florian Pfaff hat sich im Jahre 2003 als Major der Bundeswehr dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak entgegengestellt und damit seine Karriere geopfert. Bis heute tritt er unerschrocken für den Vorrang des Rechts vor der Macht und für die universelle und absolute Gültigkeit der Menschenrechte ein.

Ich würde mich sehr freuen, wenn euch die angesprochenen Themen interessieren, ihr zur Tagung kommt und die jeweiligen Diskussionen mit euren Gedanken bereichern würdet.

Mit herzlichen Grüßen
Ingrid Schittich
1. Vorsitzende

P.S. Das Programm und weitere Informationen gibt es gleich unten.

Zum Weiterlesen:

Programm
Informationen zur Referentin und zu den Referenten
Grußwort des 2. Vorsitzenden [M.Klapp]
Hinkommen - kleine Hilfe

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