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28.04.2015

Plastik - die Pest des 21. Jahrhunderts

Ein Problem wird neu angegangen

Die Vorstellung, dass Plastik in erster Linie etwas mit Verpackung und nur mit Verpackung zu tun hat, wurde vor 25 Jahren in die Gehirne der Menschen in Deutschland eingepflanzt.

Mit dem sog. Dualen System - dingliches Symbol davon ist der „Gelbe Sack“ - landeten Wirtschaft und Politik Arm in Arm einen der  größten Verharmlosungs- und Verschleierungscoups der jüngeren Geschichte.   Bald boomten Plastikartikel zusammen mit Plastiktüten, und sie boomen bis heute. Auf der Website der Duales System Deutschland GmbH (Anm. 1) wird behauptet:
Wir schließen Kreisläufe.
Seit 1990 beweisen wir, dass Verpackungen Wertstoffe sind. Als weltweit Erste haben wir den Weg in eine Kreislaufwirtschaft geebnet und tragen damit erheblich zum Umweltschutz bei.
Dass die Recyclingquote bei Kunststoffen magere 42% beträgt, wird dabei diskret verschwiegen (Anm. 2). Wo die übrigen 58% landen und was Plastik  insgesamt so alles anrichtet, damit haben sich in den letzten Jahrzehnten aus einer gesamtgesellschaftlichen Sicht immer nur Außenseiter beschäftigt.

Einer der brillantesten dieser Außenseiter ist der Filmregisseur und Autor Werner Boote aus Wien, der im Jahr 2009 mit seinem Film „Plastic Planet“ Zeitgeschichte geschrieben hat (Anm. 3).

Ein Aufschrei der Öffentlichkeit nach dem Film ist damals ausgeblieben.

Jetzt, sechs Jahre danach, hat in Freiburg Frau Prof. Dr. Dr. Karin Michels einen öffentlichen Vortrag zum Thema:

„Plastik, Kosmetika, Weichmacher und Co. - Ist unsere Gesundheit gefährdet? 


gehalten.

Die Direktorin des Instituts für Prävention und Tumorepidemiologie der Universität Freiburg hat damit möglicherweise eine neue Epoche des Problembewusstseins gegenüber dem Gefahrenkomplex „Plastik“ eingeläutet.

Die Referentin konnte einem interessierten Publikum die immensen Gefahren nahe bringen, die von Plastik ausgehen. Sie setzte sich engagiert und mit wissenschaftlicher Gründlichkeit mit diesem im Grunde gesellschaftlichen Problem auseinander.


 Prof. Michels hört in der Diskussion aufmerksam zu
                   Bild: awc_ks

Ein Mitglied der Redaktion der AWC-Website hat über die Veranstaltung berichtet und sie kommentiert (Anm. 4).

Es ist zu hoffen, dass dieses Mal der Aufschrei der Öffentlichkeit nicht ausbleibt.


Anmerkungen:
1) Website: Duales System Deutschland GmbH

2) Badische Zeitung

3) Website zum Film mit kleinem Trailer
    Der ganze Film kann über die Website der bpb angesehen werden

4)  Artikel zum Vortrag von Frau Prof. Michels [Verfasser: K. Schittich]


Zum Weiterlesen:

> Vorausartikel zum Vortrag von Frau Prof.Michels [Badische Zeitung]

> Frau Prof. Michels im Video zu einem weiteren ihrer Spezialgebiete:
   Gesunde Ernährung

> TV-Beitrag  „Jute statt Plastik. Ein alter Hut?“
   [Bayerischer Rundfunk 2015]

> ein Beispiel der Auseinandersetzung mit dem Plastik-Problem durch
   NGOs: die BUND -Website  - eine echte Fundgrube

> Website u.a. zu plastikfreiem Leben [E. Weinz, AWC-Weltbürgerin]

> Blog u.a. zu plastikfreiem Leben [Esther und Marian, beide AWC]


Zum Nachlesen:

> Webartikel: "UNO goes plastic" (2014) mit dem Leserbrief in der taz
   zu einer Absurdität bei der UN in Wien

Nachtrag am 02.06.2015:

Am 31.05.2015 war der AWC-Weltbürger Marian Klapp in dem Film des NDR "Nordseereport: Die bunte Gefahr"  zu sehen. Marian versucht seit einigen Jahren, mit seiner kleinen Familie weitestgehend plastikfrei zu leben. Die Sequenz darüber ist im Film ab Minute 38, Sekunde 37 zu sehen.

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