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10.03.2015

Amos-Preis für Grässlin

Kirchenpolitischer Arbeitskreis zeichnet Rüstungskritiker aus

Die „Offene Kirche“ in Württemberg, eine kirchenpolitische Vereinigung innerhalb der Evangelischen Kirche in Württemberg, verlieh am 1. März in Stuttgart ihren Amos-Preis an Jürgen Grässlin.


                           Jürgen Grässlin                    Bild: OK

Die nach dem alttestamentarischen rebellischen Propheten benannte Auszeichnung wird nach den Regeln der Offenen Kirche an Menschen vergeben, „die in besonders eindrücklicher ... Weise die frei machende und Gerechtigkeit fordernde Botschaft der Bibel weitergeben.“

Der Laudator Pfarrer Schilling ist der Person des Preisträgers, seinen Lebensumständen, seiner Überzeugung und seiner Mission einfühlsam nachgegangen.

Besonders berührend erscheint die Stelle in seiner Lobrede, wo er Jürgen Grässlin in den Zusammenhang von Kirche und Religion bringt:
„Wir haben über Religiöses nicht miteinander gesprochen. Ich weiß nur, dass Sie evangelisch sind. Sie machen aus Ihrem Glauben kein Aufhebens. Glaube spielt bei Ihnen sicher eine Rolle, doch ist das nicht Ihr vordergründiges Thema. Für mich sind sie kein Verkündiger, sondern ein Täter des Evangeliums! Sie machen letztlich Ernst mit der Botschaft Jesu von der Gewaltfreiheit als Kennzeichen eines Christenmenschen. Damit sind Sie selber ein bleibender Stachel in einer Kirche, die sich schwer tut, klare und klarste Worte zu finden.
Für mich sind Sie ein Christ in der Nachfolge Jesu; und dazu gehört auch die Leidensbereitschaft. Sie sind bereit, Ihr „Kreuz“ zu tragen und haben in über 30 Jahren schon so manches zu tragen gehabt. Ihre Liebe wendet sich dabei den Menschen zu, egal welcher Rasse, Hautfarbe, Religion und welchen Geschlechts, ob in Afrika, Deutschland oder Kurdistan oder Mexico…“
(Laudatio, S.4, s.u. Anm. 1).

Ob Jürgen Grässlin sich selbst als religiösen Menschen begreift, ist schwer fassbar. Bekannt ist, dass Jürgen Grässlin jemand ist, der nicht gern über sich selbst spricht.

Einen kleinen Fingerzeig zur seiner Religiosität gibt Jürgen Grässlin allerdings schon. In einem Rundfunkbeitrag des SWR am Tage der Preisverleihung sagt er: „Ich bewundere diesen Jesus Christus“ und wenig später „Die Bergpredigt ist der prägende Text des Christentums für mich“. Schließlich fordert er dazu auf: „Leute, lest die Bergpredigt und setzt um, was Jesus euch vorgegeben hat“ (SWR-Mediathek, s.u. Anm. 2).

In seiner Dankesrede tritt uns allerdings der politische Redner Grässlin entgegen, der schonungslos mit denen abrechnet, die für die gewissenlose Rüstungs- und Militärpolitik verantwortlich sind, die er anprangert (Dankesrede, s.u. Anm. 3).

Die 1. Vorsitzende von AWC Deutschland e.V., Ingrid Schittich, hat Jürgen Grässlin persönlich gratuliert und ihm im Namen aller Mitglieder ihre Bewunderung und ihre Hochachtung für sein unermüdliches Wirken für eine gerechte und friedliche Welt ausgedrückt.


Zum Weiterlesen:

>  Anm.1  Laudatio [J. Schilling]

>  Anm.2  SWR-Mediathek [Interview mit J. Grässlin]

>  Anm.3  Dankesrede [J. Grässlin]

Webartikel zur Preisverleihung 2015 mit allen Texten [Offene Kirche]


Zum Nachlesen:

Jürgen Grässlin war bisher zweimal bei AWC Deutschland e.V. zu Gast:

>  2013 zur Buchvorstellung

>  2014 als Referent bei der Herbsttagung

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