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09.02.2017

Vernichtung als Erlösung

Ein Blick auf die religiöse Dimension der nationalsozialistischen Vernichtungs-Ideologie

Der „Tag des Gedenkens“ am 27. Januar, der auf Initiative des kürzlich verstorbenen Alt-Bundespräsidenten Roman Herzog eingerichtet wurde, ist erst 20 Jahre alt. Es hat lange 52 Jahre gedauert, bis sich die Bundesrepublik Deutschland dazu entschließen konnte, der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee einen Gedenktag zu widmen.


 Bild: pixabay.com/Unsplash
Der Arzt und Schriftsteller Dr.Till Bastian sprach aus diesem Anlass in Isny in der „Stunde das Gedenkens“ des Städte-Partnerschaftsvereins Isny–Andrychow (Polen).

Till Bastian stellte in seiner Rede zwei Schwerpunkte heraus: zum einen die von den Nazis akribisch dokumentierten Zahlen der Opfer und zum anderen die religiöse Dimension der nationalsozialistischen Vernichtungs-Ideologie.

Sein Vortrag mündet in die befremdliche Einsicht, „...dass es sehr wohl möglich ist, sich einen unbegreiflichen, allmächtigen, aber eben nicht gütigen Gott zu denken und konsequent an ihn zu glauben...“ (S. 9 f.).

Diese Einsicht verbindet Till Bastian mit der Mahnung, „...die Verknüpfung von „Gott“ und „Güte“ auch, vielleicht sogar gerade in der Moderne nicht für zwingend notwendig zu erachten.“ (S. 10).

Zum Weiterlesen:

Text der Rede: Vernichtung als Weg zur Erlösung. Ein neuer Blick auf den nationalsozialistischen Massenmord. [Till Bastian]

Presseartikel: Schäbische Zeitung vom 31.01.2017 [Leider nicht frei zugänglich]

Buchempfehlung:

In einer Situation, in der in der Bundesrepublik Deutschland wieder einmal unverfroren über eine Revision der Gedenkkultur nachgedacht wird, erscheint es umso notwendiger, nochmals das "Auschwitzbüchlein" von Till Bastian, das seit Februar 2016 in 6. Auflage vorliegt, dringend zu empfehlen:
Webartikel
beim Erscheinen von "Auschwitz und die "Auschwitzlüge" mit einem rezensionsartigen Essay von I. Schittich.

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