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09.05.2020

Vom Wissen zum Handeln

Weltbürgerlich-solidarische Praxis

Verantwortungsbewusstsein, solidarisches Miteinander und konkretes weltbürgerliches Handeln -  unter diesen Stichworten kann die Spendenaktion von AWC Deutschland e.V. für einen Trinkwasserbrunnen auf der Insel Sumba (Indonesien) zusammengefasst werden.


Bild: privat

Auf Vorschlag der 2. Vorsitzenden Brigitte Ehrich wurde diese Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule STKIP Weetebula bei der Jahreshauptversammlung von AWC Deutschland e.V. 2019 mit einer großen Mehrheit beschlossen.

In Eigenregie der Pädagogischen Hochschule wurde der erste Bauabschnitt Ende April bereits beendet. In einem weiteren Bauabschnitt soll der Trinkwasserbrunnen mit Wasserleitungen verbunden werden, mit deren Hilfe in naher Zukunft ein Selbstversorgungsgarten für die Studierenden entstehen soll.

Bild: privat

Brigitte Ehrich, im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit selbst einige Jahre vor Ort in Sumba, informiert im Folgenden über den Baufortgang und die weiteren Pläne:
Es wurde bereits ein 90 m tiefer Brunnen gebohrt; in etwa 45 m Tiefe stieß man auf eine reichliche Wasserader. Auf dem Bukit Celo, der höchsten Erhebung auf dem Campus, gibt es dadurch schon jetzt Wasser, und die Studierenden müssen es nicht mehr in Eimern bis zu 2 km weit herschleppen. Der Bukit Celo wird trotz aktueller Trockenzeit ergrünen: Zahlreiche Bäume werden wachsen, der Gemüseanbau wird von den weit besseren Bewässerungs-möglichkeiten profitieren. Gemeinsam mit unseren sumbanesischen Freunden haben wir nicht nur zum Klimaschutz beigetragen, sondern auch Studierende aus finanziell schwachen Familien unterstützt, die sich durch Gemüseanbau ihr Studium finanzieren. So konnte weltbürgerliche Solidarität praktisch umgesetzt und gelebt  werden.

In einem persönlichen Statement dankt Dr.Till Bastian, 1. Vorsitzender von AWC Deutschland e.V., allen Spenderinnen und Spendern und erklärt zudem, warum die Spenden als eine Art „Wiedergutmachung“ für das  gesamte Biotop der Insel Sumba angebracht sind:

Alle, die in unserer Association of World Citizens (AWC) mitarbeiten oder mit ihr sympathisieren, können stolz sein: Auf der Sunda-Insel Sumba ist ein neuer Brunnen gebohrt worden – aus 45 Metern Tiefe sprudelt nun reichlich Wasser. Diese Bohrung erfolgte am 21. April – sie wurde möglich durch eine finanzielle Zuwendung unseres Vereins, die wir auf unserer Mitgliederversammlung im Herbst 2019 beschlossen hatten. Von einem eigens dafür eingerichteten (und mittlerweile wieder aufgelösten) Sonderkonto haben wir aus den zuvor dort eingelaufenen Spenden 4600.- € nach Sumba überweisen können. Diese ursprünglich so nicht beabsichtigte Überweisung (wir hätten das Geld lieber direkt übergeben!) war wegen der Corona-Pandemie nötig geworden, sie hat uns dann 32.- € gekostet, was ich für durchaus vertretbar halte.
Die rund 11.000 Quadratkilometer große Insel Sumba war früher auch als „Sandelholzinsel“ berühmt – die für diesen Namen verantwortliche reiche Vegetation führte aber auch zu einer rücksichtslosen Ausbeutung durch die von den Europäern veranlasste Waldrodung und zu den entsprechenden ökologischen Folgeschäden. Unsere Fördermittel sind also auch ein Stück Wiedergutmachung des im Zuge der imperialistischen „Globalisierung“ verübten Unrechts.
Weltbürgertum ist zunächst eine Frage der Emotionen (vor allem des globalen Zusammengehörigkeitsgefühls), bedarf aber der praktischen Konsequenz, um aktiv gelebt zu werden. Mit Erich Kästner gesprochen: „Es gibt nichts Gutes / außer, man tut es!“ In diesem Sinne bedanke ich mich bei Allen, die für die Brunnenbohrung auf Sumba gespendet haben, und nicht zuletzt bei Brigitte Ehrich, ohne deren Engagement das Projekt nicht hätte angepackt werden können.


Zum Anschauen:  Kurzvideo [privat]: "Das Wasser ist da."
                            Kurzbericht von der Baustelle [alle Bilder: privat]

Zum Nachlesen:   Webartikel vom 10.12.2019 (Projektstart)
                             Webartikel vom 10.03.2020 (Vortrag Überlingen)
                             Webartikel vom 25.03.2020 (B. Ehrich, Bericht)

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