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15.11.2018

Never again

Der Waffenstillstand am 11. November vor 100 Jahren. Zwei Perspektiven.

Die 100. Wiederkehr des Waffenstillstands zu Ende des 1. Weltkriegs am 11. November 1918 ist uns  Anlass, auf zwei NGOs in der internationalen Friedensbewegung zu schauen, eine in den USA, die andere in Großbritannien.

 Dr. Michael Knox     Bild:©uspeacememorial

Dr. Michael Knox, Präsident der US Peace Memorial Foundation1, setzt sich in einem Rundbrief aus Anlass des 11. November2 mit der Kultur des Krieges in den USA auseinander und zeigt an zahlreichen Beispielen, wie erschütternd wenig die USA aus der Geschichte gelernt haben. Wie tief die USA in die Kultur des Krieges verstrickt sind, zeigt besonders eine Passage seines Briefs:
„Es ist nötiger denn je, unsere Kultur des Krieges radikal dadurch zu verändern, dass wir denjenigen in unserem Lande zu Ehren verhelfen, die für den Frieden einstehen. Wenn wir die Arbeit der Antikriegs-Aktivistinnen und -Aktivisten dokumentieren und wertschätzend hochhalten, werden wir so etwas wie einen evolutionären Schub unserer Kultur bewirken und mehr Amerikaner*innen dazu bewegen, für den Frieden Partei zu ergreifen“. (Übersetzung: K.Schittich)

 Die Veterans for Peace am Cenotaph                                          Bild. ©vfpuk

Der Blick nach Großbritannien vermittelt ebenfalls deutliche Eindrücke, noch beklemmendere. Die „Veterans for Peace UK“3 sind britische, ehemalige Soldatinnen und Soldaten, junge und alte, die zu radikalen Kriegsgegner*innen geworden sind. Das knappe „Never Again“ bringt ihre Haltung auf den Punkt.

Höhepunkt ihrer Aktivitäten zur 100-Jahr-Feier war ihr diesjähriger Schweigemarsch zum Cenotaph in Whitehall in London, dem zentralen Denkmal für die britischen Gefallenen aller Kriege.

Die Veterans for Peace des United Kingdom hatten Delegationen gleichgesinnter Soldatinnen und Soldaten aus verschiedenen Ländern eingeladen. Elf Delegationen waren gekommen. Alle diese ehemaligen Soldatinnen und Soldaten eint die Überzeugung, dass Krieg kein Mittel ist, die Probleme des 21. Jahrhunderts zu lösen.

Zwei Vorstandsmitglieder des Darmstädter Signals4 waren als deutsche Delegation in London: Florian Pfaff, Major a.D. und Jürgen Rose, Oberstleutnant a.D. Beide deutsche Delegierte hielten Ansprachen im „Friends House“ am Vortag des Schweigemarsches. Beide sind in kurzen Statements nach dem Marsch im Video zur Veranstaltung6 zu hören. Florian Pfaff legte als Gast den Kranz der Veterans for Peace nieder.

Emotionaler Höhepunkt der Veranstaltung war ein a cappella gesungenes Motörhead- Lied von 1991, das Jim Radford, 91jähriger UK-Veteran des D-Days (1944) vortrug.7

Die Redaktion von AWC online sprach mit Florian Pfaff über seine Eindrücke in London.

AWC online:  Nach ein paar Tagen wieder zu Hause: Welche Erinnerungen und Empfindungen bleiben?
F.P.: Es war sehr beeindruckend, dass es in Großbritannien eine starke Bewegung für den Frieden gibt. Vor allem, …
                                                                                      > Weiterlesen

Anmerkungen:

  1) Website: US Memorial Foundation
  2) Brief von Dr. Michael Knox [engl.]
  3) Website: Veterans for Peace UK
  4) Website: Darmstädter Signal
  5) Redebeitrag von Florian Pfaff bei den Veterans for Peace UK [audio]
  6) Webartikel zur Veranstaltung in London mit Video
  7) Link direkt zum Motörhead-Lied "1916", gesungen von Jim Radford
  8) Link zum Originaltext des Motörhead-Lieds von 1991

Noch ein Hinweis: Für alle, die sich bei Jim Radford "festgehört" haben: Die Seite hinter dem Link bei Anmerkung 8 führt in der rechten Navigation bei "Music Video" zu der unerwartet elegischen Originalfassung des Lieds "1916". Am besten per Vollbild.

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